Seiten

Samstag, 22. Oktober 2011

Wer jetzt kein Haus hat

Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.

Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;

gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süsse in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.

Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke, 21.9.1902, Paris






















 
 
 
Ich liebe Rilke! Und der Bausatz von hier paßt irgendwie dazu. Allerdings glaube ich, daß die Mieter erst nächstes Frühjahr einziehen werden...(-:


Kommentare:

  1. Ich liebe Rilke auch...schön, dass ich das Gedicht bei dir lesen durfte,es passt so gut zur heutigen Nebelstimmung.
    GLG
    Annette

    AntwortenLöschen
  2. Schönes Gedicht, kann ich noch aus der Schhulzeit. Damals fands ich glaub noch nicht ganz so toll ;)
    Auch Dein Vogelhaus gefällt sehr gut, ich hoffe es finden sich bald Bewohner!
    Ganz herzliche Grüsse,
    Annette

    AntwortenLöschen
  3. ein sehr stimmungsvolles Gedicht. Ich bin R.M.Rilke schon mehrfach im Leben "begegnet", zu einen im spanischen Ronja, und ganz stimmunglos in der Schule, dort mußte ich´s interpretieren. Ich war mir aber mit meiner Lehrerin nicht so ganz einig.
    Ich finde es trotzdem wunderbar.
    LG Stephanie

    AntwortenLöschen